Eine Konditorei, die berät, während alle schlafen.
Das Schokoladenmädchen in Soltau nimmt Tortenaufträge seit 1992 am
Telefon entgegen — zwischen Ofen, Theke und Kundschaft. Heute entstehen sie im Browser:
mit Termin, Größe, Geschmack, Preis und bezahlter Anzahlung, bevor jemand zum Hörer greift.
Bäckerei, Konditorei & CaféSoltau, Lüneburger HeideFamilienbetrieb seit 1992In zwei Monaten gebautKonzept · Design · Entwicklung · Fotografie
Selbst ausprobierenDer Tortenkonfigurator auf dem iPad: Größe, Geschmack, Überzug — und die
Torte entsteht in 3D mit, samt Querschnitt. Der Preis rechnet bei jedem Schritt mit.
Was messbar ist
Kein Bauchgefühl. Gemessen auf dem eigenen Server.
Die Website zählt ihre Besucher:innen selbst — cookielos, auf
dem eigenen Server, ohne dass für die Grundstatistik Daten das Haus verlassen.
3.007Menschen auf der Seite
in den letzten 30 Tagen
1.288haben angefangen, sich eine Torte zusammenzustellen
in den letzten 30 Tagen
9Tortenaufträge über die Website
seit dem 25. Juni 2026
90 %davon am Handy
Tablet und Rechner teilen sich den Rest
Live vom Server der Bäckerei geholt — diese Seite friert keine Zahlen ein.
Die Ausgangslage
Der Auftrag lag auf einem Zettel neben der Kasse.
Eine Hochzeitstorte ist ein Gespräch: Wie viele Gäste? Welcher
Geschmack? Wann und wo? Dieses Gespräch fand am Telefon statt — mitten im Betrieb, oft
zweimal, weil beim ersten Mal etwas fehlte.
Vorher
Beratung nur, wenn jemand Zeit hatte — und der Laden offen war
Der Auftrag entstand handschriftlich, ohne feste Struktur
Rückfragen kosteten ein zweites Telefonat
Rechnung und Buchhaltung waren ein getrennter Arbeitsgang
Wer nachts um elf an eine Torte dachte, fand nichts
Heute
Die Torte entsteht in 3D im Browser — jederzeit, von überall
Der Auftrag kommt vollständig an: Termin, Größe, Geschmack, Foto, Kontakt
Der Preis steht, bevor jemand fragt
Rechnung und Zahlung laufen automatisch mit
Nachts um elf steht die Anfrage morgens im Postfach
Das Ergebnis
Sieben Dinge, die der Betrieb vorher nicht hatte.
Jeder Punkt hier ist belegt — entweder durch die eigene
Statistik oder durch einen Datensatz im System.
Ein Schaufenster, das nie zumacht
Soltau hat rund 22.500 Einwohner. In einem einzigen Monat waren mehr als 3.000
verschiedene Menschen auf der Seite — Heide-Park-Gäste, Hochzeitspaare aus dem Umland,
Nachbar:innen, die die Öffnungszeiten suchten.
Eigene Statistik: 3.007 Besucher:innen und
5.435 Seitenaufrufe in 30 Tagen.
Das Beratungsgespräch führt jetzt die Website
Der Tortenkonfigurator ist die meistbesuchte Seite des gesamten Auftritts — häufiger
geöffnet als die Startseite. Über 1.200 Menschen haben dort eine Torte begonnen:
Etagen gewählt, Geschmack, Deko, Schrift. Jede dieser Sitzungen wäre vorher ein
Telefonat gewesen. Oder gar nichts.
Konfigurator 1.701 Aufrufe gegenüber
1.326 auf der Startseite.
Der Auftrag kommt fertig an
Was früher auf einem Zettel stand, kommt heute vollständig und strukturiert: Termin,
Personenzahl, Sorte, Überzug, Aufschrift, Referenzfoto, Kontaktdaten, Abholung oder
Lieferung. Der Betrieb muss nicht mehr nachtelefonieren, um anfangen zu können.
9 vollständige Tortenaufträge seit dem
25. Juni — in unter zwei Monaten.
WhatsApp ist kein Extra — es ist der Betrieb
Die Kundschaft schreibt ohnehin per WhatsApp. Also läuft der ganze Ablauf dort:
Auftragsbestätigung, Zahlungslink, Erinnerung an die Restzahlung, „Deine Torte steht
bereit“, Reservierungszusage, der Kassenbeleg, sogar die Ankündigung eines Rückrufs.
Jede dieser Nachrichten ist eine von Meta geprüfte Vorlage, die der Server auslöst —
keine Handarbeit, keine private Nummer, kein „hab ich vergessen“. Antworten landen im
Posteingang des Admin-Panels, wo sie auch beantwortet werden können.
17 von Meta freigegebene Nachrichtenvorlagen im Einsatz,
15 Gespräche laufen über den Posteingang im Admin.
Das Geld ist da, bevor der Ofen angeht
Eine dreistöckige Hochzeitstorte ist Material und ein ganzer Arbeitstag. Wird sie
nicht abgeholt, bleibt der Betrieb darauf sitzen. Heute geht ein Zahlungslink per
WhatsApp raus, die Anzahlung läuft über Stripe, und die Rechnung entsteht im selben
Zug in der Buchhaltung — ohne dass jemand etwas abtippt.
Erinnerungen an Restzahlungen, Abhol-Nachrichten am Vortag, Lieferscheine für den
nächsten Morgen, der Abgleich der Artikel mit der Kasse, die nächtliche Sicherung der
Datenbank: Das läuft nach Plan, ohne dass jemand daran denken muss.
16 wiederkehrende Aufgaben eingerichtet, jede mit
eigenem Protokoll.
Ein Beweis, den man vorzeigen kann
„Können Sie so etwas machen?“ war früher eine Frage am Telefon. Heute ist es eine
Galerie: echte Aufträge, nach Anlass sortiert, jedes Bild mit sprechendem Dateinamen
und Bildtext, damit Google sie überhaupt findet. Ein Teil davon sind meine eigenen
Aufnahmen. Der Weg für Kundenfotos — mit Einwilligung und Dankeschön-Gutschein — ist
gebaut und wartet auf den Startschuss.
51 Torten in der Galerie — eine der
meistbesuchten Unterseiten.
Zwei Änderungen an einem Tag. Die Messung sagt, welche gewirkt hat.
Am 1. August passierte zweierlei: Die Auswahlkarten im Konfigurator wurden auffälliger
gestaltet — und gleichzeitig lief eine neue Anzeigenkampagne an, umgestellt von
Reichweite auf Abschlüsse. Danach sprang die Quote, mit der Leute vom ersten in den
zweiten Schritt gehen:
27.07. – 01.08.
22,8 %gingen weiter. 294 Starts, 67 kamen in Schritt 2.
02.08. – 07.08.
54,0 %gehen jetzt weiter. 328 Starts, 177 kamen in Schritt 2.
Die bequeme Erzählung wäre jetzt: „Mein Umbau hat die Quote verdoppelt.“
Nur stimmt das so nicht — und weil die Statistik die Herkunft mitschreibt, lässt sich
das nachrechnen:
Woher die Leute kamenvorhernachher
über die Anzeigenkampagne19,4 %53,5 %
alle übrigen (Google, direkt, organisch)45,9 %54,3 %
Der Sprung kommt aus der Kampagne, nicht aus dem Design. Die alte Anzeige war
auf Reichweite optimiert und lieferte Klicks; die neue ist auf Abschlüsse optimiert und
liefert Menschen mit Absicht. Bei allen anderen Besucher:innen bewegte sich die Quote
nur leicht — und das auf so kleiner Zahl (37 gegenüber 46 Personen), dass ich daraus
keinen Erfolg ableiten würde. Der Karten-Umbau hat vermutlich geholfen. Beweisen kann
ich es nicht, also behaupte ich es auch nicht.
Genau dafür ist die eigene Messung da: Ohne sie hätte ich hier eine
Verdopplung gefeiert und den falschen Hebel weiter poliert.
Und die Website war nicht das Einzige.
Im selben Zeitraum ist im Laden viel
passiert: neue Preisschilder, neue Speisekarten, Flyer, Schürzen, ein neues Kassensystem
— dazu Elektroarbeiten. Ein Betrieb, der sich an mehreren Stellen gleichzeitig erneuert,
lässt sich nicht auf eine einzige Ursache zurückrechnen. Die Website ist ein Teil
davon, nicht die ganze Geschichte —
und dass sie zusammen mit allem anderen aus einer Hand kam, ist der eigentliche Grund,
warum es zusammenpasst.
Unter der Haube
Kein Baukasten. Kein Framework. Kein fremder Server.
Die Seite läuft auf normalem Webspace. Solange niemand dem
Marketing zustimmt, lädt sie nichts von fremden Servern — Schriften, 3D-Bibliothek und
Symbole liegen im Haus. Erst nach ausdrücklicher Einwilligung kommen die Messpixel dazu.
Das ist kein Selbstzweck: Es macht die Seite schnell, unabhängig und
datenschutzrechtlich sauber.
Was Besucher:innen sehen
3D-Tortenkonfigurator auf einer selbst gebauten Engine: Etagen, Überzüge, Schokoladen-Drips, modellierte Rosen, Beeren und Spritzschrift — in Echtzeit im Browser gerechnet.
Augmented Reality: Die fertige Torte lässt sich in Originalgröße auf den eigenen Tisch stellen — auf iPhone und Android, ohne App.
Click & Collect-Shop, Tischreservierung, Torten-Galerie, Kundenkonto, Stellenanzeigen und ein Bereich für Geschäftskund:innen.
Öffnungszeiten mit echten Feiertagsregeln — inklusive beweglicher Feste und Heiligabend-Sonderzeit.
Was dahinter läuft
Eigenes Admin-Panel als App auf dem Handy: Aufträge annehmen, Telefon-Checkliste, Zahlung anstoßen, Bäckerlisten, Schichtplan, Systemcheck.
Acht fremde Systeme hängen daran und reden miteinander.
Eigene Besucherstatistik ohne Cookies: Tages-Hash statt Wiedererkennung, gekürzte IP, „Do Not Track“ und GPC werden befolgt.
Nächtliche Sicherung der kompletten Datenbank mit Wochenbericht per Mail. Vorher gab es überhaupt keine.
Die acht Anbindungen — und was jede wirklich tut
Eine Schnittstelle
ist erst dann etwas wert, wenn sie jemandem Arbeit abnimmt. Deshalb hier nicht die
Logo-Wand, sondern die Aufgabe.
WhatsApp Cloud APIBestätigung, Zahlungslink, Restzahlungs-Erinnerung, „Torte steht bereit“,
Reservierungszusage, Kassenbeleg, Rückruf-Ankündigung. Antworten laufen in einen
Posteingang im Admin.17 freigegebene Vorlagen · 15 Gespräche
Lexware OfficeKundennummer eingeben, Formular füllt sich. Rechnung und Lieferschein entstehen
aus dem Auftrag, ohne dass jemand etwas abtippt.5 Rechnungen automatisch erzeugt
StripeAnzahlung und Restzahlung über einen Link, der nie abläuft. Der Webhook meldet
den Eingang zurück und setzt den Auftrag auf „bezahlt“.4 Zahlungen abgewickelt
Microsoft 365 (Graph)Alle Mails gehen über die eigene Domain statt über ein Formular-Postfach —
mit DKIM, damit sie nicht im Spam landen.
SumUpDie Kasse liefert die Tagesumsätze zurück — dieselben Zahlen wie an der
Theke, ohne getrennte Buchführung.
Google KalenderJeder angenommene Tortentermin landet im Kalender der Backstube — mit Größe,
Sorte und Abholzeit im Termin selbst.
OSRM-RoutingDie Lieferpauschale entsteht aus der echten Fahrstrecke, nicht aus Luftlinie.
Über 40 km lehnt das System die Lieferung von selbst ab.
Google Cloud (Places API)Die Google-Bewertungen stehen auf der Seite, ohne dass ein fremdes Widget
mitliest: Der Server holt sie über die Places API und legt sie zwischen —
wer die Seite besucht, verbindet sich nie selbst zu Google.
Der Umfang in Zahlen: 43 öffentliche Seiten,
64 PHP-Dateien im Hintergrund und rund
127.000 Zeilen Code. Dazu die Produktfotos —
die Torten auf der Seite habe ich selbst fotografiert.
Und weil Ehrlichkeit dazugehört: Ich tippe diesen Code nicht Zeile für Zeile
allein — ich arbeite mit Claude Code. Die Idee, die Entscheidungen und die Verantwortung
liegen bei mir, die Schreibarbeit teile ich mir. Herausgekommen ist trotzdem echter,
eigener Code auf einem eigenen Server — keine Plattform, die morgen ihre Regeln
ändert. Und wenn du wissen willst, warum an einer Stelle etwas so gelöst ist,
bekommst du von mir eine Antwort — kein Schulterzucken.
Ehrlich gesagt
Was noch nicht läuft.
Eine Case Study, die nur Erfolge zeigt, ist eine Anzeige. Drei
Punkte sind offen: Bei zweien weiß ich dank der Messung genau, woran es liegt. Beim dritten
weiß ich, dass ich es nicht wissen kann.
Der Online-Shop trägt sich noch nicht. Die Ware steht drin, die Kasse
funktioniert, aber die Bestellungen bleiben aus. Die Messung zeigt, wo die Leute
abspringen — daran arbeite ich gerade.
Die Engstelle im Konfigurator ist gewandert, nicht verschwunden. Der Einstieg
läuft jetzt (siehe oben), aber hinten bricht es weg: In der letzten Woche kamen 400
Menschen bis Schritt 1, 92 bis Schritt 4 — und nur 8 bis zur Übersicht. Der
nächste Umbau betrifft also das Ende, nicht den Anfang.
Woher die Aufträge wirklich kommen, weiß ich nicht genau — und sage das lieber.
Eine Hochzeitstorte bestellt niemand spontan zwischen zwei Storys. Man stöbert abends
auf Instagram, schläft eine Nacht darüber und sucht am nächsten Tag bei Google. In der
Statistik zählt aber der letzte Klick, und die Zuordnung endet bewusst mit dem Tag —
damit niemand über Tage hinweg wiedererkannt wird. Instagram bekommt also die
Reichweite gutgeschrieben und Google den Auftrag, obwohl der Anstoß mit hoher
Wahrscheinlichkeit vorher kam. Wer hier eine saubere Zahl verspricht, misst falsch
oder erzählt etwas.
Die schwerste Kundin war meine Mutter.
Bei ihr konnte ich nicht mit „passt schon“ durchkommen — sie sieht jeden
Tag, ob es im Betrieb wirklich hilft oder nur schön aussieht. Genau deshalb ist daraus ein
Werkzeug geworden und keine Broschüre. Dass sie heute glücklich damit ist, wiegt für mich
mehr als jede Referenz. Wenn du so etwas für deinen Betrieb brauchst: schreib mir.